Humanistische Gemeinschaft Neu‑Isenburg

Zu Ihren Fragen


... damit Sie uns kennenlernen.

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+ Wer seid ihr? +

Die Humanistische Gemeinschaft Neu-Isenburg (HuG-NI) ist eine Ortsgemeinschaft der Humanistischen Landesgemeinschaft Hessen (HuGH), eine vom Staat als »Körperschaft des öffentlichen Rechtes« (K.d.ö.R) anerkannte Gemeinschaft von Menschen mit freigeistiger, undogmatischer Weltanschauung. Unser Spektrum umfasst Agnostiker, Atheisten, Freidenker, Freireligiöse, Humanisten, Pantheisten und andere Freigeister. Uns eint das Eintreten für Toleranz und weltanschauliche Neutralität des Staates, die Solidarität und der faire Umgang der Menschen untereinander, sowie die Gerechtigkeit zwischen den Völkern. Wir sind u.a. gegen Rassismus und Nationalismus und stehen ein für die Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur u.v.a.m.

+ Seit wann gibt es euch? +

Wir wurden im Jahre 1906 als »Freireligiöse Gemeinde Neu-Isenburg« gegründet und haben uns im Jahre 2015 entsprechend unserer heutigen modernen und freigeistigen Weltanschauung umbenannt. Unsere Wurzeln gehen sogar schon aus der Zeitepoche der Aufklärung und aus der ersten deutschen Demokratiebewegung von 1848 hervor.

+ Warum habt ihr euch umbenannt? +

Namensbezeichnungen spiegeln Inhalte, für die man steht. Sie müssen im zeitbedingten Kontext unmittelbar verständlich sein. Im 19. Jahrhundert war der Begriff »freireligiös« synonym für Humanisten, Atheisten, Agnostiker, Pantheisten, Freigeister und andere religiöse und areligiöse Dissidenten. Heute werden mit dem Begriff »freireligiös« eher evangelikale Freikirchen assoziiert, statt weltliche Humanisten, die auf die menschliche Fähigkeit vertrauen, das Leben sinnvoll zu gestalten und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ohne Berufung auf höhere Mächte oder göttliche Kräfte. Mit unserer Umbenennung unterstreichen wir den säkularen Charakter unserer Gemeinschaft, die eine Weltanschauungsgemeinschaft und keine Religionsgemeinschaft ist.

+ Was versteht ihr unter Aufklärung? +

Um es mit Immanuel Kant zu sagen: "sapere aude!" – Wage es, deinen eigenen Verstand zu gebrauchen. Das beinhaltet kritisches Fragen und auch das Hinterfragen von angeblichen Glaubensgewissheiten. Immanuel Kant, der einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Aufklärung ist, hat eine Ethik entworfen, die keiner religiösen Bezüge bedarf.

+ Was sind eure Werte? +

Unser Humanismus ist eine wertegebundene Lebensauffassung. Der Humanismus betont die natürliche Vernunftbegabung, die ethische Verantwortung, die soziale Bindung und die freie Persönlichkeitsentwicklung. Für das Verständnis des Humanismus besonders wichtige Themen sind: Natur, Individualität, Selbstbestimmtheit, Weltlichkeit, Solidarität, Kritik, Wissenschaft, Menschenbild, Ethik, Gemeinschaft, Lebenssinn.

+ Was ist euer Weltbild? +

Unser Weltbild ist durch Naturalismus und Wissenschaftlichkeit geprägt - insbesondere die Vorstellung von der Entstehung des Kosmos, der Evolution der Arten, der Sozial- und Kulturgeschichte sowie der Psychologie der Menschen. Alles geht mit rechten Dingen zu - ohne Eingriffe höherer und niederer Mächte, ohne höheren Sinn oder vorgezeichnetes Schicksal. Wir Menschen stiften den Sinn unseres Lebens selbst durch unser Tun und unsere Reflexion.

+ Was ist für euch der Lebenssinn? +

Nach unserer Auffassung erfüllt sich menschliches Leben im Diesseits. Die vielfach gestellte Frage nach dem individuellen Lebenssinn findet ihre Beantwortung im Leben selbst und bedarf keiner religiösen Komponente.

+ Wie steht Ihr zu Religion und Glaubensvorstellungen? +

Unserer Auffassung nach ist Religion Privatsache. Dabei achten und respektieren wir alle religiösen und weltanschaulichen Orientierungen. Toleranz hat aber Grenzen, wo Menschenrechte verletzt oder missachtet und Positionen der Intoleranz vertreten werden. Wir möchten, dass alle Religionen und Weltanschauungen von einem säkularen Staat gleichbehandelt werden. Prinzipiell setzen wir uns dafür ein, dass die verfassungsrechtlich geforderte Trennung von Staat und Kirche verwirklicht wird (§ 137 Abs. 1 GG). Konkret fordern wir z. B. die Abschaffung der Kirchensteuer sowie die Sonderrechte für die Kirchen und dass das diskriminierende Arbeitsrecht in den christlichen Wohlfahrtsverbänden durch arbeitnehmerfreundliche und bekenntnisneutrale Lösungen ersetzt wird.

+ Was wollt Ihr? +

Wir wollen, dass der Humanismus neben den religiösen Orientierungen als prägende weltliche Kraft in unserer Gesellschaft angemessen wahrgenommen wird. Über die Hälfte der deutschen Bevölkerung orientiert sich unabhängig von ihrer Konfession an humanistischen Werten und etwa ein Drittel ist konfessionsfrei. Die HuGH bietet konfessionsfreien Menschen die Möglichkeit, sich zu organisieren.

+ Wofür steht Ihr? +

Wir unterstützen die vernunftgeleitete Selbstbestimmung des Menschen im Rahmen eines toleranten Miteinanders, welches die Verantwortung für das Leben und die Natur bejaht. Unsere weltlich-humanistische Ethik setzt sich für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ein, um die Qualität und die Chance des Lebens auf unserem Planeten zu wahren. Wir stehen dafür, ...

- dass sich die Menschen kultur-, traditions- und länderübergreifend als Gemeinschaft verstehen.

- dass alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben auf der Grundlage der weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte führen können.

- dass alle Menschen an politischen und gesellschaftlichen Prozessen aktiv mitwirken können.

- dass faire Wirtschafts- und Sozialsysteme geschaffen werden, die allen Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen.

+ Was bietet ihr an? +

Mit unseren Angeboten bieten wir eine weltliche, aufgeklärte und zeitgemäße Alternative, zu den meist religiös intendierten Angeboten:

- Wir fördern eine weltliche Feierkultur.

- Wir bieten Veranstaltungen zu gesellschaftlichen, kulturellen, ethischen und weltanschaulich-philosophischen Fragen.

- Wir geben Raum für Gemeinschaftsgefühl, das sich in unseren Unternehmungen, Treffen, und Veranstaltungen niederschlägt und regen zur Diskussion an.

- Wir bieten vielfältige Möglichkeiten für gemeinschaftliches, kreatives und konstruktives Engagement.

- Wir vermitteln säkulare Werte und humanistische Weltanschauung in unserem staatlich anerkannten Unterricht für alle Schulformen und bis zum Abitur
(Humanistische Lebenskunde).

- Wir vertreten die Interessen konfessionsfreier Menschen und positionieren uns in unseren Stellungnahmen zu Themen, die aus unserer humanistischen Weltanschauung geboten sind.

+ Was ist eine weltliche Feierkultur? +

Dazu gehören die Feste im Jahreslauf sowie die individuell gestalteten Höhe- und Wendepunkte des Lebens (Namensfeier als Begrüßung des Kindes, Jugendfeiern als Fest des Erwachsenenwerdens, Hochzeits- oder Partnerschaftsfeiern zum Beginn eines gemeinsamen Lebensweges sowie die würdevoll und im persönlichen Rahmen gestaltete Trauerfeier am Lebensende).

+ Was ist Humanistischer Lebenskundeunterricht? +

Die HuGH ist im Bundesland Hessen die einzige und im Bundesgebiet eine der wenigen Weltanschauungsgemeinschaften, die eine weltliche Alternative zum dogmatischen Religionsunterricht anbieten können, sowie eine Alternative für das Fach Ethik, das de facto nicht selten von Religionslehrern unterrichtet wird. Diese Alternative gilt für alle Schulformen (Berufsschulen, für Grundschulen, für die gymnasiale Sek. I & Sek. II) und schließt die Möglichkeit ein, mündliche Abiturprüfungen im Fach Humanistische Lebenskunde abzunehmen. Schülerinnen und Schüler, die sich für diesen Unterricht anmelden, sind nicht verpflichtet am Ethik- oder Religionsunterricht teilzunehmen. Humanistische Lebenskunde fördert die Entwicklung der Persönlichkeit und Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler. Schwerpunkte sind die Gestaltung sozialer Beziehungen, die Lebensauffassung und Weltanschauung des Humanismus und die Wahrnehmung von Verantwortung für Natur und Gesellschaft. Nähere Informationen zur Anmeldung gibt es im Büro der HuGH.

+ Warum sollte ich Mitglied werden und welche Vorteile habe ich davon? +

Zu allen Veranstaltungen sind uns Gäste natürlich jederzeit herzlich willkommen. Für Mitglieder sind die Veranstaltungsangebote in der Regel kostenlos. Neben den ganz persönlichen Gründen (gewünschte Teilnahme an den Veranstaltungen, aktives Einbringen oder passive Unterstützung) spricht ein ganz prinzipieller Grund für eine Mitgliedschaft: Dass ich meiner Überzeugung Gehör verschaffe! Wer dem Einfluss der Religionsgemeinschaften auf Staat und Politik kritisch gegenübersteht und ein säkulares Gegengewicht wünscht, wer den Humanismus als prägende weltliche Kraft in unserer Gesellschaft für notwendig hält, der muss sehen, dass seine Stimme sozusagen nicht verpufft - im Klartext: er muss sich organisieren! Der Staat im Allgemeinen und die Hessische Landesregierung im Besonderen, sprechen nicht mit Einzelpersonen, sondern mit Vertretern von Organisationen. Die HuGH gehört zu den institutionalisierten Gesprächspartnern der Hessischen Landesregierung. Auch auf diesem Wege können wir weltanschauliche Standpunkte aktiv einbringen und säkulare Interessen vertreten.